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22. Juni |
| Heute morgen habe ich mich von meinen Eltern verabschiedet und bin mit dem Zug von Salgesch nach Zürich gefahren. Dort stieg ich ins Flugzeug von British Airways nach London. Aufgrund nichtgenannter Probleme verspätete sich der Start in Zürich, sodass ich im allerletzen Moment in London ankam. Dort wurde ich von einer Flughafenpersonalin backstage zum nächsten Abfluggate gebracht. In London verspätete sich der Abflug wiederum, sodss ich in Montreal erst um 19:57 Uhr ankam. Dafür hatte ich aber einen vollen Magen und gehörig viel vor geschlafen. Nun aber "schnell" durch den Zoll, dann zum Gepäck, mit dem Gepäck zu einem Taxi und mit dem Taxi zum Holiday Inn Airport Hotel. Trotz den Strapazen und den zusätzlichen Stunden an diesem Tag, konnte ich im Hotel nicht einschlafen, was warscheinlich etwas mit den 5 Kaffees vom Flug zutun hat. |
23. Juni |
So, das war eine schreckliche Nacht. Um 1:00 Uhr bin ich eingeschlafen und um 5:17 Uhr bin ich aufgestanden. Es war mir unmöglich länger zu schlafen, denn ich war hell wach. Das Zimmer hier im Hotel ist toll, jedoch hat es eine laute Lüftung, deren Stecker ich erst jetzt gerade heraus gezogen habe. Nun werde ich mal gemütlich das Hotel und seine Einrichtung erkundigen. Es hätte zwei Pools, einen Aussen- und einen Innenpool - jedoch regnet es und der Innenpool wird gerade neu gestrichen. Nach diesem Frühstück brauche ich sicherlich kein Mittagessen.
Während einem kurzen Spaziergang entdeckte ich, dass die Kanadischen Autos grössere Motoren haben und das Autokennzeichen ist nur am Heck vorhanden. Die Hotels sehen aus wie Lagerhallen, das Wetter läst zu wünschen übrig. Die WM wird übertragen (Hopp Schwiiz) und Skype funktioniert. Gute Nacht. Fotos zum Tag |
24. Juni |
Eine etwas erträglichere Nacht. Um 12:00 Uhr heiss es auschecken. Das Frühstück liess ich aus, um beim Mittagessen richtig zuschlagen zu können. Auf halbem Weg Richtung Gastfamilie (per Taxi), ass ich dann in einem Pizza Hut für blosse 8.99 CAD von einem Büffet à discretion - Hammer! Nun hatte ich noch ganze 7 Stunden zu vertrödeln, da meine Gastfamilie erst um 20:00 Uhr daheim ist. Also machte ich mich zu Fuss weiter auf den Weg und das bei klarem Himmel und heissen Sonnenstrahlen. Folgende Sachen erstaunten mich; die meisten Autos sehen getuned aus, obwohl sie es nicht sind, die meistgesehensten Autos sind der Lexus RX 330 (CH: Lexus RX 300) und der EMC Yukon XL (CH: Noch nie gesehen). Die haben einfach alle Monstertrucks.
Die Flora ist ähnlich wie in den Salgescher Reben - Ackerwinde und Schachtelhalm.
Der Strassenzustand ist miserabel. Die Strassenampeln blinken teilweise recht lustig und wirr. Die Fusgängerampeln könnten auch als Winkzeichen einer roten bzw. weissen Hand verstanden werden.
Dann ging ich in einen Supermarktkomplex, dort schaute ich, in einem der 9 Kinosäle, den Film "The DaVinci Code" an -> sehr spannend und interressant. In der Pause hohlte ich mir eine large Coke (wohl eher Xtra large = ca. 1 Liter).
Nun aber hin zur Gastfamilie. Auf dem Weg sah ich innert 30 min 3 Flugzeuge, Werbeplakate nachziehen. Zur Gastfamilie: antik eingerichtetes Haus, nette Leute, der Mann ist aus Jamaica [Jameica]. Fotos werden dann noch folgen.
Gute Nacht. |
25. Juni |
Heute bin ich zum ersten Mal im Stadtzentrum gewesen. Ich rekognoszierte den Weg zur Schule und den Standort der Schule (militärisch ausgedrückt). Der Hinweg war recht einfach, ich nahm den Bus 138 (hätte aber auch den Bus 104 oder 161 nehmen können (und das total ausserhalb vom Zentrum)), dann hiess es ca. 35 Minuten Bus fahren, nun 10 Minuten zu Fuss, schon bin ich da.
Danach bin ich ins Centre Infotouriste gegangen. Dort wurde ich wunderbar informiert und mit Prospekten und Karten eingedeckt, alles gratis verstehe sich. Nun ging es los, ich machte mich zu Fuss auf den Weg und kam an einer Kirche vorbei, der Cathédrale Christ Church. Und als ich eintrat, hat gerade eine Messe begonnen. Ich wohnte ihr bei, und bemerkte bald, dass die Melodien der Lieder genau gleich sind wie in der CH. Und die Texte sind fast 1:1 übersetzt z.B. "Peace be with you". Weiter fiel mir auf, dass recht strube Personen zu sichten sind; zwei Reihen vor mir ist z.B. eine Frau mit einem Velohelm auf dem Kopf, oder im selben Bank wie ich, ist weiter rechts eine jüngere Frau, mit Riesen Brillen (aber nicht die coolen).
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Nun machte ich mich auf den "Heimweg", dieser dauerte statt den erwarteten 55 Minuten, etwa 110 Minuten, da ich einfach keine geeignete Bushaltestelle fand. Tja, jetzt bin ich ja angekommen.
PS: Das Nachtessen war wunderbar. Fotos zur Cathédrale Christ Church. |
26. Juni |
6:45 Uhr, ein neuer Tag beginnt. Mein erster Schultag und ich bin nicht einmal nervös; gut, was soll schon gross passieren. Und tatsächlich. Der schriftliche Test hatte ich innert der vorgeschriebenen Zeitlimite fast fehlerfrei abgegeben und der mündliche Test: no problem! Dann war der erste Schultag schon vorbei. Im Klassenzimmer traf ich noch einige CH, wobei ich ihnen direkt sagte, dass ich mit ihnen nicht in Kontakt treten möchte. Stattdessen traf ich noch andere interessante Kulturen und solche, die es noch werden möchten (kulturisiert). Auf der Jagt nach Mittagessen fand ich nur TVs mit WM-Spielen. Doch, geschafft, schaut euch das mal an (der Kommentar, dass ich keine Essensbilder machen kann, akzeptiere ich).
Jetzt aber ab auf die Suchen nach eine WM TV. Hei, Frei..... Nur noch 6 Minuten und dann Penaltischiessen, doch was ist das? Der TV geht nicht mehr. Ja, tatsächlich, ich habe den Rest nur noch per SMS mitgekriegt. Tja, habe wohl nicht viel verpasst.
Auf dem Heimweg, bin ich noch an zwei 24 h Mc Donald's vorbei gekommen - musste gerade mal erwähnt werden. |
27. Juni |
Heute erlebe ich ein hiesiges Phänomen, dass ich in der Schweiz nicht kannte; Ein unglaublich sanfter Regen und jetzt wird's heiss und stickig. Voilà, damit bekomme ich bei Meteo Schweiz wohl keinen Job. Der erste richtige Schultag und erste Gespräche mit meinen Klassenkameraden zeigen, dass sie sehr nett und offen sind; das erfreut mich. Wir sind diese Woche 10 Schüler in der Klasse, vorausgesetzt dass alle da sind. Für die nächste Woche sind 300 neue Schüler geplant, dass heisst, dass wohl auch meine Klasse etwas Zuwachs kriegen wird.
Der heutige Nachmittag gestaltete sich als so genannten Skype-Nachmittag im Presse Café. Dann ging ich zurück zur Gastwohnung. Nachdem ich die Hausaufgaben, wie es sich gehört, ordentlich und vollständig erledigt hatte, machte ich mich auf eine Erkundigungstour. Doch vorher sagte mir die GF, dass sie hier als einzige Jamaicanische Familie in einem Judenviertel wohnen, inkl. Kirche und Luxusautos. Diese Luxusautos werde ich dann noch irgendwann mal fotografieren gehen. Gerade um die Ecke hat es noch 2 Baseballplätze und einen Park mit Kinderspielplatz. |
28. Juni |
Schon wieder schlechtes Wetter. Nun bin ich bald schon eine Woche hier in Kanada und habe wohl noch keinen ganzen Tag Sonnenschein erlebt. Schule OK. Beim Mittagessen kam ich auf die komische Idee: " Bier zum Essen", doch als ich die Rechnung bekam, bemerkte ich, dass das Bier teurer war, als das Essen. (Heineken - Import - Tolle Idee!). Dann setzte ich mich in die Métro und in den Bus, das ist mein neuer, schnellerer Heimweg (ca. 45 Minuten).
Jetzt beschloss ich einen Kino-Besuch abzuhalten. Ich schaute mir den Film "Cars", ein leicht verständlicher Kinderfilm über sprechende Autos - sehr lustig. Zu meinen vielen Kinobesuchen nur dies: Ein Kinoeintritt kostet hier 3mal weniger als in der CH!
Nun wollte ich noch einen Notizblock posten gehen, doch in diesem Supermarkt gab es keine Notzblöcke. Nur Regale, deren Auswahl proportional zur Protuktgrösse sind. Diese Amerikaner haben einfach einen Drang zu übernötigem, einige Beispiele: 5kg Butter, 2,5 Liter Coka Cola, 2 kg Erdnussbutter. Und wenn man zwischen zwei Tiefkühlabteilen hindurch läuft, könnte man meinen man sei in der Antarktis.
Dann ab nach Hause, Hausaufgaben machen und Tagebuch erneuern. Gute Nacht. |
29. Juni |
Juhui, meine erste Prüfung steht bevor. Und schon ist sie vorbei; bestanden, bravo ;-)
Jetzt gehe ich wieder mal etwas essen, jedoch ohne Bier! Das Resultat war 2 riesige Stücke Pizza und eine 591ml Coke, diese für unsere Verhältnisse komische Menge an Coke, ist hier jedoch normal, weil die Flaschen und Dosen irgendwo abgefüllt wurden, wo nicht das Metrische System gilt.
Heute ist der offizielle Start des FESTIVALS INTERNATIONAL DE JAZZ DE MONTREAL, des grössten Jazzfestival der Welt. Bis am 9. Juli sind hier die Grössen des Jazz, Worldmusic, Rock und Pop zu bewundern. Ich sage nur eins: Immens! Draussen hat es 11 Bühnen, mit Gratiskonzerten von 12:00 Uhr bis 24:00 Uhr (unglaublich hä?) und dann hat es noch 7 Konzertsäle, ein Kino, ein Jamsessions-Saal, 3 Jazz-Clubs und eine Piano-Solo-Kapelle (Immens hä?) Ja, dass ist wohl ein Grund dafür, dass es mir nicht unbedingt so langweilig wird. Um nur einige der bekannten Jazzer zu nennen: Gestern spielte B.B. King (geht ja noch), heute Ravi Coltrane, der Sohn von John Coltrane, morgen gehe ich Chris Potter hören, übermorgen spielt Wayne Shorter und das sind nur die ersten 4 Tage. Geil!!!
Ich habe mal einige Fotos vom meinem Weg zum Jazzfestival geschossen. Ich glaube es ist zu erkennen, ab wann die Fotos vom Festival sind.
Und hier habe ich noch ein Video von den Accoules Sax aus Marseilles FR. Also hier gefällt es mir. |
30. Juni |
Endlich, heute habe ich es geschafft mal wieder richtig lang zu schlafen. Jetzt habe ich wohl den Jetlack überwunden. Heute ist der so genannte Canada-Day. Das ist in etwa dasselbe wie der 1. August bei uns.
Und ab zum Jazzfestival, was etwa 1 Stunde Bus und Métro mit sich bring. Dort angekommen staune ich aufs Neue - noch mehr Leute als das letzte Mal.
Es empfangen mich die zauberhaften Klänge der Accoules Sax. Dann folgt wieder ein Konzert nach dem andern. Auf einmal sehe ich den Saxophonisten Maceo Parker von weitem, wie er, von Sicherheitsleuten begleitet, durch den Hintereingang eines Konzertsaals geht. Ach das ist doch schön. Was mir sonst noch so auffällt; massenhaft Sicherheitsleute und Putzpersonal (es nützt, denn es ist wirklich sauber). Dann, wie könnte es auch anders sein, fängt es wieder an zu regnen. Toll, und ich habe keinen Regenschutz. Darum gehe ich in ein Souvenirshop auf dem Festivalgelände; dort frage ich einen der dort arbeitet, ob sie Regenmäntel verkaufen. Er meint dazu nein, aber ich könne einen von diesen offiziellen Mitarbeiterregenmänteln gratis haben. Danke. Doch der Konsequenzen war ich mir nicht bewusst. Nun wurde ich von allen und überall gefragt, wo dies und das sei: I'm really sorry, but I don't know.
Nun hiess es Time to go to the Gésu - Centre de créativité. Ein Indoor Konzert vom Feinsten schreibe ich euch. Chris Potter's Underground. Der Saal ist voll, endlich kommen die Musiker auf die Bühne. Chris Potter wird zurzeit als bester Jazz Saxophonist betitelt, jeah. So ein super Konzert; melodiös, technisch versiert, einfach bezaubernd. Ich habe noch nie ein so exaktes Livekonzert erlebt, mit so komplexen Rhythmen. Grund der ersten Zugabe: Standing Ovations. Doch eine zweite Zugabe gab es trotz erneuter Standig Ovations nicht mehr. Resümee: 1 3/4 h Konzert, das mich überwältigt hat.
Dann hatte ich noch Glück, dass ich die letzte Metro erwischte, sonst hätte ich mit dem Taxi zurück müssen. |
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